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Projektmanagement, Projekt, Software

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Samstag, 24.06.2017

Was macht ein Projekt erfolgreich?

Projekte sind ein Kennzeichen der Entwicklung menschlicher Zivilisation. Es lassen sich zahlreiche Beispiele beeindruckender Errungenschaften antiken Projektmanagements nennen; die Pyramiden sind nur eines von vielen. Das  Projektmanagement, wie wir es heute kennen, hat viele Berührungspunkte mit dem Projektmanagement der Vergangenheit: Auch damals gab es mit Sicherheit Zielvorgaben, mussten Ressourcen eingesetzt werden und Baupläne gezeichnet werden. 

 

Das moderne Projektmanagement wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Wiege gehoben; stellvertretend hierfür ist das „Apollo“ Raumfahrtprogramm der der US amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. In den Jahren danach erfuhr das Projektmanagement eine stetige Weiterentwicklung, insbesondere durch die Netzplantechnik.

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Für die zukünftige Entwicklung zeichnen sich bereits Tendenzen ab, aufgrund deren man Prognosen abgeben kann; im Folgenden werden die Thesen von Senior Projektleitern, Portfolio Managern und projektnahen Führungskräften der DACH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) über die Zukunft des Projektmanagements dargelegt.

 

1. Projektmanagement unbeeindruckt von der aktuellen Wirtschaftskrise

Die aktuelle Wirtschaftskrise in weiten Teilen der Welt wird sich nicht wesentlich auf das Projektmanagement auswirken, auch wenn einzelne Projekte  sicherlich davon betroffen sind. In seiner Eigenschaft als moderne Disziplin wird das Projektmanagement vielmehr von strukturellen Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur, seien es Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb von Unternehmen, Zusammenschlüsse von Unternehmen oder veränderte Wertschöpfungsketten, in hohem Maße profitieren.

 

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage sind Sparmaßnahmen zu erwarten; diesen wird das eine oder andere Projekt zweifelsohne zum Opfer fallen. Wenn die Wirtschaft sich zu erholen beginnt, dann erfahren auch die Projekte gleichsam einen Aufschwung. In dieser Phase gilt es, die während der Wirtschaftskrise nicht bewältigte Arbeit in Angriff zu nehmen. In Zukunft werden die Verteilung von Projektressourcen und die Kostendämpfung essentiell sein.

 

2. Projektmanagement gewinnt an Bedeutung

Aufgrund der Globalisierung werden internationale Teamarbeit und komplexere Problemstellungen  immer bedeutsamer werden; folglich wird auch das Projektmanagement auch immer wichtiger. Auf staatlicher Seite wird sich diese Erkenntnis nur langsam Bahn brechen, denn hier erschweren starre Hierarchien innerhalb der Verwaltungseinheiten eine übergreifende, projektbezogene Zusammenarbeit. Auch international agierende Nonprofit Organisationen werden vermehrt auf solides Projektmanagement angewiesen sein. Was die Steigerung der Effizienz und die Eindämmung von Kosten betrifft, so birgt das Projektmanagement noch enormes Steigerungspotential.

 

3. Stagnation bei IT Projekten und Organisationsprojekten

Im Bereich Organisationsentwicklung und IT wird die Erfolgsquote von Projekten eher (weiterhin) unterdurchschnittlich sein. Dies steht in Zusammenhang mit zu straffen Zeitplänen und zu geringen Budgets. In 2004 waren gerade mal 29 % der Projekte in diesem Bereich von Erfolg gekrönt. Eine auf dem IPMA Weltkongress 2008 vorgestellte Studie suggeriert, dass sich diese Quote bis zum Jahr 2020 auf 45 % belaufen wird. Anders ausgedrückt: IT Projekte und Projekte rund um die Organisationsentwicklung haben in Zukunft bessere Aussichten auf Erfolg, aber insgesamt wird es noch zu viele Projekte dieser Art geben, die scheitern werden.


Das Scheitern dieser Projekte ist vor allem einem mangelnden Realitätsbezug seitens der verantwortlichen Personen geschuldet. Die Entscheider verschließen sich vor der Tatsache, dass es an Ressourcen, an Führungskompetenz, an der Vorgabe eines klaren Kurses oder an der Rückendeckung durch die Führungsetage mangelt. Es ist wichtig, dass Projekte eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft sind; diesen Strategiebezug herzustellen und so die Unterstützung der Unternehmensführung für das Projekt zu sichern ist Aufgabe der Projektleiter. Auch die Top Manager werden umdenken müssen; ihre Aufgabe wird es nicht nur sein, Strategien zu formulieren, sondern sich auch für deren Implementierung einzusetzen.

 

4. Projekte vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Erwägungen

Der wirtschaftliche Nutzen von Projekten wird in Zukunft den Ausschlag für deren Genehmigung geben. Die Unternehmen werden es sich nicht mehr leisten können, ihr Geld in utopische Projekte mit ungewissem Mehrwert zu stecken. Ein Projekt muss sich also dadurch auszeichnen, dass dem Unternehmen daraus ein finanzieller Vorteil entsteht. Diese Entwicklung macht es notwendig, dass Projektportfolio Prozesse langfristiger, d. h. über die Laufzeit eines einzelnen Projektes hinaus entwickelt werden. Der (interne) Auftraggeber eines Projektes trägt die Verantwortung für den wirtschaftlichen Nutzen des Projekts.


5. Stakeholder werden bei internen Projekten enger eingebunden

Eine Studie von vor 16 Jahren (Gemünden/Lechler 1998) hat offenbart, dass der Projektleiter nur zu 13 % zum Erfolg eines internen Projektes beiträgt; den größten Anteil am Projekterfolgt hat mit 54 % der interne Auftraggeber, d. h. das Top Management eines Unternehmens. Diese Erkenntnis muss sich erst noch in den Köpfen der Projektverantwortlichen durchsetzen. Zwar finden regelmäßig Schulungen für Projektleiter statt, allein für Auftraggeber werden solche Schulungen nicht angeboten. Der Konkurrenzdruck, der Druck seitens der Stakeholder und der Öffentlichkeit bedingt, dass das Top Management in Zukunft die Notwendigkeit erkennt, Strategien zu implementieren, statt nur zu formulieren.

 

6. Sozialen Kompetenzen im Projektmanagement immer wichtiger

Technische Kompetenzen spielen zweifelsohne eine wichtige Rolle im Projektmanagement, aber der Erfolg eines Projektes hängt nicht an ihnen allein; soziale Kompetenzen sind mindestens genauso wichtig.  Die Unternehmen wissen bereits heute um die Bedeutung der sozialen Kompetenz aller Projektbeteiligten. Dementsprechend werden Projektleiter eher nach Ihrer Sozialkompetenz als nach ihrer Methoden Kompetenz bewertet. Auch in Zukunft wird dies so sein.

 

7. Projektleiter auf der Karriere Leiter

Projektleiter sehen sich momentan mangelnden Aufstiegsperspektiven innerhalb ihres Unternehmens gegenüber. Aufgrunddessen kommt es nicht selten vor, dass diese einem Unternehmen mit wertvollem Wissen im Gepäck den Rücken kehren. In Zukunft steuern die Unternehmen diesem Trend entgegen; sie wollen erfahrenes projekterprobtes Personal halten. Zu diesem Zweck wird man Projektleitern alternative Formen der Projektarbeit anbieten  wie bspw. interdisziplinäre Projektarbeit. Die Zeiten, wo die Stärken hochqualifizierten Personals in zeitintensiven Führungspositionen versumpfen, sind vorbei.

 

8. „Six Sigma“

Die traditionellen Ansätze  des Qualitätsmanagements werden langsam, aber  sicher von der Qualitätsmanagementmethode „Six Sigma“ und deren Derivaten verdrängt werden; dieser Umstand ist im Wesentlichen dem Mangel an Alternativen geschuldet. Im Zuge dessen wird man sich vermehrt bestimmter Qualitätssicherungs Tools bedienen; dazu zählen das Qualitätshaus (House of Quality) und der Entscheidungsbaum. Auch Ursache Wirkungs Diagramme werden vermehrt eingesetzt werden. Darüber hinaus werden Unternehmen verstärkt auf zertifizierte „Six Sigma“ Experten zurückgreifen, auf sogenannte Black Belts.

 

9. PMI wird die bevorzugte Projektmanagementmethode sein

Auch in Zukunft wird die Projektmanagementmethode PMBoK des Project Management Institute (PMI) das Maß aller Dinge im Projektmanagement sein. Das PMBoK ist in den USA der führende Standard, in Deutschland belegt es den zweiten Platz hinter den ISO9000x Standards. Die unternehmensspezifischen Standards werden den Ansätzen des PMBoK entlehnt werden.

 

10. IPMA

Die International Project Management Association (IPMA) zertifiziert Projektleiter – eine Zertifizierung mit weltweit hoher Anerkennung. Für die Unternehmen wird diese Zertifizierung an Bedeutung gewinnen. Heute sind die IPMA Zertifizierungen bereits obligatorischer Bestandteil vieler Karrieremodelle. Das Zertifikat wird sich in Zukunft durch die Absolvierung interner oder externer Weiterbildungen erwerben lassen. Im Rahmen von IPMA Zertifizierungen spielen methodische und soziale Kompetenzen eine gleich große Rolle.

 

11. Projektmanagement Tools werden boomen

Tools, die die alltägliche Projektarbeit erleichtern, gibt es bereits heute in Hülle und Fülle. Nichtsdestotrotz ist die Tendenz steigend. Was es auch in Zukunft nicht geben wird, das sind Tools zur Lösung von Problemen im prozessualen oder zwischenmenschlichen Bereich. Im Bereich Web 2.0 sind dauerhafte Innovationen zu erwarten. Es basiert  auf folgenden 5 Konzepten:

  • Co-Develop (Mitentwicklung)
  • Coordinate (Koordinierung)
  • Co-decide (Mitentscheidung)
  • Commit (Verpflichtung)
  • Control (Kontrolle)

Diese 5 Konzepte sind integrale Bestandteile der Projektabwicklung; gleichwohl ist der Spielraum für innovative Weiterentwicklungen immens.

 

12. Insourcing ersetzt Outsourcing

Das Outsourcing von Projekten wird mangels sichtbarer Erfolge zurückgehen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei zu großen kulturellen Unterschieden kein wirtschaftlicher Nutzen erzielt werden kann. Zudem erwies sich die Einflussnahme von Outsourcing Partnern mitunter als gefährlich, wenn diese nur ihre eigenen Interessen verfolgten. Eine Folge dieser Entwicklung wird die Ausweitung der Wertschöpfungsketten und der Prozessteilnehmer sein.